Im März 2026 nahm eine interministerielle Delegation des Landes Baden-Württemberg an einer einwöchigen Expertenmission nach Finnland teil. Unter Federführung des Staatsministeriums waren insgesamt sechs Ministerien sowie Vertreter zentraler Sicherheits- und Behördenstrukturen beteiligt. Ziel der Reise war es, Erkenntnisse zur Stärkung von Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und insbesondere zur gesellschaftlichen Resilienz zu gewinnen.
Ergänzt wurde die deutsche Delegation durch Vertreter der baden-württembergischen Universitätsklinika: den Leitenden Ärztlichen Direktor und Vorstandsvorsitzenden des Universitätsklinikums Ulm, Prof. Dr. Udo X. Kaisers, sowie den Katastrophenschutzbeauftragten des Universitätsklinikums Freiburg und stellvertretenden Vorsitzenden der Klinikübergreifenden Sicherheitskonferenz Baden-Württemberg (klüsiko bw) Priv.-Doz. Dr. Thorsten Hammer. Damit wurde die besondere Rolle der Universitätsmedizin im Kontext von Krisenresilienz und Gesundheitsversorgung gezielt eingebracht.
Die Reise führte nach Oulu und Helsinki und umfasste ein intensives Fachprogramm mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Forschung, Militär und Gesundheitswesen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Finnland – vor dem Hintergrund seiner geopolitischen Lage – seit Jahrzehnten eine umfassende Strategie zur Stärkung von Resilienz und Zivilschutz entwickelt und erfolgreich umgesetzt hat.
Ein besonderer Fokus lag auf der krisenresilienten Aufstellung von Universitätsklinika. Besuche am Oulu University Hospital sowie am Helsinki University Hospital zeigten eindrucksvoll, wie stark das Gesundheitssystem in Finnland in nationale Sicherheitsstrategien eingebunden ist. Grundlage bilden dabei klar definierte Bedrohungsszenarien, umfassende Vorsorgestrukturen sowie eine enge sektorenübergreifende Zusammenarbeit.
Darüber hinaus wurde deutlich, dass Resilienz in Finnland als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird. Aspekte wie Cybersicherheit, Energieversorgung, Bildung, Wirtschaft und Gesundheitswesen sind eng miteinander verzahnt. Entscheidende Erfolgsfaktoren sind ein gemeinsames Mindset, langfristige strategische Planung sowie die aktive Einbindung der Bevölkerung.
Die gewonnenen Erkenntnisse bieten wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Krisenvorsorge in Baden-Württemberg. Insbesondere für die Universitätsklinika eröffnen sich neue Perspektiven hin zu einer noch stärker vernetzten, proaktiven und systemisch ausgerichteten Resilienzstrategie.
